Blog 2024

Blog 2024 · 18. Juni 2024
Am 12. März 1878 wurde in der kleinen Gemeinde Camigliano bei Lucca ein Mädchen geboren, das eines Tages zu den bekanntesten Mystikerinnen der katholischen Kirche zählen sollte: Gemma Galgani. Doch bevor das Übernatürliche in ihr Leben trat, war es vor allem eine Frau, die den Grundstein für Gemmas tiefe Gottesbeziehung legte – ihre Mutter Aurelia Landi Galgani. Die Geschichte dieser Mutter-Tochter-Beziehung ist zugleich innig und tragisch, denn Aurelia starb, als Gemma erst acht Jahre...

Blog 2024 · 17. Juni 2024
Wenn in der Literatur über Gemma Galgani von ihrer Familie die Rede ist, steht meist die Mutter Aurelia im Vordergrund – die heiligmäßige Frau, die ihrer Tochter den Glauben einpflanzte. Doch es gab noch eine andere prägende Gestalt in Gemmas Kindheit: ihren Vater Enrico Galgani. Er war Apotheker, ein Mann von schlichter Gutmütigkeit, und er liebte seine Tochter Gemma mit einer Innigkeit, die manchmal fast überschäumend war. Ihre Geschichte ist die eines Vaters, der alles für seine...

Blog 2024 · 08. Juni 2024
Gemma Galgani wuchs in einer kinderreichen Familie auf. Acht Kinder brachten Enrico und Aurelia Galgani zur Welt, und Gemma war das vierte von ihnen. Doch obwohl sie inmitten einer großen Geschwisterschar aufwuchs, war ihr Verhältnis zu Brüdern und Schwestern von Anfang an von einer eigentümlichen Spannung geprägt: einer tiefen Liebe auf der einen Seite und einem wachsenden Unverständnis auf der anderen. Denn je mehr Gemma sich dem geistlichen Leben zuwandte, desto weniger konnten ihre...

Blog 2024 · 16. Mai 2024
Unter den himmlischen Gefährten, die Gemma Galganis kurzes Leben begleiteten – Jesus, Maria, der Schutzengel –, nimmt einer eine ganz besondere Stellung ein: der heilige Gabriel von der Schmerzhaften Mutter, ein junger Passionist, der 1862 im Alter von nur 24 Jahren gestorben war. Gabriel Possenti, wie er bürgerlich hieß, war zu Gemmas Lebzeiten noch nicht einmal heiliggesprochen; er trug lediglich den Titel „Ehrwürdig“. Und doch wurde er für Gemma zu einem geistlichen Bruder,...

Blog 2024 · 14. Mai 2024
Die Biografie vergleicht das Verhältnis Gemmas zu ihrem Schutzengel mit der Geschichte des jungen Tobias und des Erzengels Raphael. Und tatsächlich hat diese Freundschaft etwas von jener biblischen Vertrautheit: Sie war alltagsnah und himmlisch zugleich, zärtlich und streng, voller kleiner Aufträge und großer Geheimnisse. Kein anderes Verhältnis in Gemmas Leben – mit Ausnahme ihrer Beziehung zu Jesus selbst – war so unkompliziert und beständig wie jenes zu ihrem Engel. Sichtbar und...

Blog 2024 · 02. Mai 2024
Wenn von Gemma Galgani die Rede ist, denkt man zuerst an Stigmata, Ekstasen und mystische Visionen. Doch wer nur das Übernatürliche in ihrem Leben sieht, übersieht das Wesentliche. Denn die Biografie der jungen Frau aus Lucca erzählt auch eine andere Geschichte: die Geschichte einer konkreten, handfesten, manchmal geradezu robusten Nächstenliebe. Gemma wusch eitrige Wunden, fütterte Bettler, schuftete in der Küche und trug das Leid anderer buchstäblich am eigenen Leib. Ihre Liebe zu den...

Blog 2024 · 15. März 2024
Es gibt in Gemma Galganis Tagesordnung einen Eintrag, der leicht übersehen wird. Er steht zwischen der täglichen Kommunion am Morgen und dem abendlichen Rosenkranz, schlicht und ohne viel Erläuterung: „Um 18 Uhr: Besuch beim Allerheiligsten.“ Täglich. Nicht wenn Zeit war. Nicht wenn sie sich gut fühlte. Täglich, um 18 Uhr, ging Gemma Galgani in die Kirche und blieb bei Jesus im Allerheiligsten Sakrament. Das ist nicht dieselbe Handlung wie die Kommunion am Morgen. Es ist etwas anderes...

Blog 2024 · 13. März 2024
Am 8. Juni 1899 – dem Vorabend des Herz-Jesu-Festes – empfing eine einundzwanzigjährige Frau in Lucca die Stigmata. Es ist kein Zufall, dass das Herz Jesu über dieser Szene steht wie ein Schlüssel über einer Partitur. Gemma Galganis gesamtes geistliches Leben kreist um dieses Herz: um die verwundete, brennende, sich verschenkende Liebe Gottes, die im Herzen Christi ihren sichtbarsten Ausdruck gefunden hat. Was bei anderen Heiligen eine Frömmigkeitsübung neben anderen ist, war für...

Blog 2024 · 12. März 2024
Das Herz Jesu – für Gemma Galgani war es nicht ein frommes Bild, sondern der Ort ihrer tiefsten Begegnung mit Gott. Am Vorabend des Herz-Jesu-Festes 1899 empfing sie die Stigmata; Jesus öffnete ihr sein Herz, wie er es einst der heiligen Margareta Maria Alacoque getan hatte. „O wenn doch nur alle wüssten, wie wunderschön Jesus ist!", schrieb sie – und meinte damit jenen Gott, dessen Herz sich jedem öffnet, der sich ihm zuwendet. Die Meditationen des Klosters Maria Friedenshort laden...