Gemma Galgani gehört zu jenen Gestalten der Kirchengeschichte, die auch über ein Jahrhundert nach ihrem Tod polarisieren. Für die einen ist sie eine der größten Mystikerinnen der Neuzeit, für die anderen ein rätselhafter, vielleicht beunruhigender Fall. Was an ihr verstört, ist nicht etwa ein Mangel an Menschlichkeit – im Gegenteil: Es ist die Unmittelbarkeit, mit der sich in diesem kurzen Leben das Gewöhnliche und das Völlig-Ungewöhnliche durchdringen.
Gemma war keine Verrückte. Sie war keine hysterische junge Frau, die sich in religiöse Phantasien flüchtete. Sie war ein kluges, liebenswertes, oft heiteres Mädchen aus der toskanischen Mittelschicht, das von seinen Lehrern gelobt wurde, das Freundinnen hatte, das gern las und lernte – und das zugleich, ab einem bestimmten Punkt seines Lebens, Dinge erlebte, die sich jeder natürlichen Erklärung entziehen. Die vorliegende Hinführung will einen ersten Zugang zu dieser Frau eröffnen: auf der Grundlage ihrer eigenen Schriften – Autobiografie, Tagebuch –, der großen Biografie ihres Seelenführers P. Germano di S. Stanislao sowie der verfügbaren historischen und medizinischen Quellen.
Sie haben Erfahrungen mit der heiligen Gemma gemacht? Sie hat Sie berührt, geholfen, ein Gebet erhört? Teilen Sie Ihr Zeugnis – es muss kein großes Wunder sein. Andere werden dadurch Mut fassen, sie selbst anzurufen. Zeugnisse anderer können Sie ebenfalls hier lesen.