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Ein Herz aus Edelstein, Dornen und Flamme - Zur Symbolik des Logos dieser Website der heiligen Gemma

 

Das Logo dieser Website der heiligen Gemma zeigt ein Herz, geschliffen aus einem klaren Edelstein, umwunden von einer Dornenkrone, überragt von einer Flamme. Jedes dieser Elemente verweist auf eine Dimension im Leben der heiligen Gemma Galgani — und zusammen ergeben sie ein Bild, das zugleich an das Heiligste Herz Jesu erinnert und doch etwas Eigenes, unverwechselbar Gemma Gehörendes aussagt.

 

Der Edelstein — Gemma

Der Name Gemma bedeutet Edelstein. Als die Mutter bei der Taufe zögerte, weil es keine Heilige dieses Namens gab, antwortete der Pfarrer: „Edelsteine gibt es im Paradies. Hoffen wir, dass auch dieses Kind ein Edelstein des Paradieses werde.“ Pater Germano, ihr Seelenführer, nannte sie später „ein wahrer Edelstein des Heiligsten Herzens Jesu.“ Der Edelstein im Logo ist also zunächst und vor allem Gemma selbst — ihr Name, ihr Wesen, ihre Bestimmung. Dass dieser Edelstein in Herzform geschliffen ist, verweist auf das Zentrum ihres Lebens: die Liebe. Gemma lebte für nichts anderes als für die Liebe zu Jesus. „Mein Herz besitzt Jesus“, schrieb sie, „und im Besitz Jesu fühle ich, dass ich lächeln kann, selbst inmitten so vieler Tränen.“ 

 

Die Dornen — Die Passion

Die Dornenkrone, die das Herz umwindet, ist das Zeichen der Passion Christi, an der Gemma wie kaum eine andere Heilige teilhatte. Sie trug die Stigmata — die Wundmale an Händen, Füßen und Seite. Sie erlebte die Dornenkrönung: Blut trat auf ihrer Stirn hervor in Form einer Krone. Sie erlitt die Geißelung: Wunden öffneten sich am ganzen Körper. Jesus selbst hatte ihr gesagt: „Du wirst eine Tochter meiner Passion sein.“ Und ihr Schutzengel hatte sie belehrt: „Die Schmuckstücke einer Braut eines gekreuzigten Königs sind Dornen und das Kreuz.“ Die Dornen umschließen den Edelstein, aber sie zerbrechen ihn nicht. Das ist wesentlich: Gemmas Leiden zerstörte sie nicht, sondern formte sie. Wie der Druck den Rohdiamanten zum geschliffenen Stein macht, so machte das Leiden Gemma zu dem, was sie wurde — zum lebendigen Abbild des Gekreuzigten.

 

Die Flamme — Die Liebe

Die Flamme über dem Herzen ist das älteste Symbol der göttlichen Liebe. Bei Gemma war diese Liebe keine Metapher. „Ich fühle hier ein Feuer“, sagte sie schon als Kind bei ihrer ersten Kommunion und zeigte auf ihr Herz, „ich fühle mich brennen.“ Dieses Brennen hörte nie auf. In ihren letzten Lebensjahren war die Haut über ihrem Herzen buchstäblich versengt, und man konnte keine Hand in die Nähe halten, ohne die ungewöhnliche Hitze zu spüren. An ihren Seelenführer schrieb sie: „Es ist ein geheimnisvolles Feuer, das sich sogar äußerlich zeigt, und das Fleisch ist etwas versengt. Es ist nicht ein Feuer, das mich quält, sondern eines, das mich verzehrt.“ „Jesus hat immer zwei Flammen in seiner Hand“, schrieb Gemma, „und er erklärte mir, dass eine die Flamme der Liebe und die andere die Flamme des Leids ist.“ Beide Flammen brannten in ihrem Herzen, untrennbar verschmolzen — denn für Gemma waren Lieben und Leiden ein und dasselbe.

 

Das Herz Jesu — und das Herz Gemmas

Die Ähnlichkeit mit dem traditionellen Bild des Heiligsten Herzens Jesu ist beabsichtigt und theologisch begründet. Das Herz Jesu wird seit den Offenbarungen an die heilige Margareta Maria Alacoque dargestellt als ein flammendes Herz, umwunden von der Dornenkrone, überragt vom Kreuz. Es ist das verwundete, liebende, brennende Herz des Erlösers — jenes Herz, das am Kreuz von der Lanze durchbohrt wurde und aus dem Blut und Wasser flossen. Gemmas Herz war das Echo dieses Herzens. Nicht zufällig empfing sie die Stigmata am Vorabend des Herz-Jesu-Festes. Nicht zufällig war es das Herz-Jesu-Fest, an dem sie ihre erste Kommunion empfangen hatte — jener Tag, der für sie zeitlebens „mein Festtag“ blieb. Nicht zufällig war es die selige Margareta Maria Alacoque, durch deren Fürsprache sie wunderbar geheilt wurde. Gemmas ganzes Leben war eine einzige Antwort auf die Liebe des Herzens Jesu, und ihr Herz wurde diesem Herzen so gleichförmig, dass es dessen Wunden, dessen Flamme und dessen Dornen in sich trug. Das Logo zeigt also nicht nur das Herz Gemmas — es zeigt das Herz Jesu, das sich in Gemma spiegelt. Oder umgekehrt: Gemmas Herz, das so durchsichtig geworden ist, dass das Herz Jesu durch es hindurchscheint. Denn das ist es, was Heiligkeit bedeutet: so durchlässig für Gott zu werden, dass sein Licht durch einen hindurchfällt wie durch einen geschliffenen Stein.

 

Kein Herz aus Stein

„Ein Herz aus Stein“ — das Sprichwort meint ein kaltes, hartes, gefühlloses Herz. Wer so redet, denkt an den toten Feldstein, den Kiesel, den Brocken. Aber es gibt auch einen anderen Stein: den Edelstein. Und zwischen dem Feldstein und dem Edelstein liegt der ganze Unterschied zwischen Verhärtung und Verklärung. Der Feldstein ist undurchdringlich. Kein Licht geht durch ihn hindurch. Er ist das Bild des Herzens, das sich verschließt — gegen Gott, gegen den Nächsten, gegen das eigene Leiden. Genau das war Gemma nicht. Ihr Herz war von einer Empfindsamkeit, die an Verwundbarkeit grenzte. Sie weinte, wenn sie Lästerungen hörte. Sie schwitzte Blut, wenn in ihrer Gegenwart gesündigt wurde. Sie litt körperlich an den Sünden anderer. Sie konnte keinen Bettler sehen, ohne ihm alles zu geben, was sie hatte, und wenn sie nichts hatte, weinte sie. In den Ekstasen rang sie stundenlang mit der göttlichen Gerechtigkeit um die Rettung eines einzigen Sünders — und gewann. Und doch ist das Herz im Logo ein Stein — aber ein durchsichtiger. Genau darin liegt die Pointe. Der Edelstein ist das Gegenteil des Feldsteins: Er lässt das Licht nicht nur durch, er bricht es, vervielfacht es, verwandelt einen einzigen Strahl in ein Funkeln von tausend Farben. Das war Gemmas Herz: nicht hart, sondern klar. Nicht kalt, sondern so rein, dass die Liebe Gottes ungebrochen hindurchscheinen konnte. Die Bibel kennt diesen Unterschied. Beim Propheten Ezechiel spricht Gott: „Ich nehme das Herz aus Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz aus Fleisch“ (Ez 36,26). Das Herz aus Stein — das ist der trübe, tote Feldstein. Das Herz aus Fleisch — das ist das lebendige, empfindende, verwundbare Herz. Gemma hatte dieses Herz aus Fleisch, und zwar in einem Maß, das sie fast zerbrach. „Mein kleines Herz kann sich nicht halten“, schrieb sie, als das Blut aus ihrem Mund schoss. Aber dieses Herz aus Fleisch war zugleich ein Edelstein — geformt unter dem Druck des Leidens, geschliffen durch die Gnade, durchsichtig geworden für Gott. Nicht das harte Herz, das nichts an sich heranlässt, sondern das klare Herz, das alles durchlässt. So löst das Logo den scheinbaren Widerspruch auf: Das Herz ist ein Stein, ja — aber ein Edelstein. Es ist nicht hart, sondern kristallklar. Es ist nicht kalt, sondern brennt — deshalb die Flamme darüber. Es ist nicht unverwundbar, sondern von Dornen umwunden und durchbohrt. Es ist, mit einem Wort, das Herz, das Gott dem Propheten verheißen hat: kein Herz aus totem Stein, sondern ein lebendiges, verwandeltes Herz — ein Herz, das so rein geworden ist, dass es wie ein Edelstein leuchtet. Gemma selbst hat es am schönsten gesagt: „Ich bin Frucht deiner Passion, eine Blume deiner Wunden.“ Man könnte hinzufügen: und ein Edelstein deines Herzens.