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„Ich wünschte, meine Stimme reichte bis ans Ende der Welt“ -  Kirchen, Heiligtümer, Schulen und Bildungseinrichtungen im Namen Gemmas auf der ganzen Welt

Eine junge Heilige erobert die Welt

„Ich wünschte, oh Jesus, dass meine Stimme bis ans Ende der Welt reichte, um alle Sünder zu rufen und ihnen zu sagen, dass sie in Dein Herz eintreten sollen!“ – Mit diesen brennenden Worten offenbarte Gemma Galgani ihren universalen Sendungsauftrag. Und tatsächlich: Obwohl sie nur fünfundzwanzig Jahre alt wurde, nie ein Kloster betrat und nie ihre Heimatstadt Lucca verließ, hat sich die Verehrung dieser jungen Mystikerin über alle Kontinente ausgebreitet. Von Lucca bis Buenos Aires, von Madrid bis Manila, von Managua bis Mariveles – überall auf der Welt tragen Kirchen, Heiligtümer, Schulen und Bildungseinrichtungen ihren Namen. Zwei Faktoren haben die weltweite Verbreitung der Gemma-Verehrung besonders begünstigt: Zum einen die früh erschienene Biographie aus der Feder ihres Seelenführers P. Germano Ruoppolo CP, die bereits 1908 in italienischer Sprache vorlag und binnen weniger Jahre in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde. Zum anderen der unermüdliche Einsatz der Passionisten, die durch ihre weltweite Missionstätigkeit, Exerzitien und Volksmissionen den Namen Gemmas in die entlegensten Winkel der Erde trugen. So entstand ein dichtes Netz von Verehrungsstätten, das sich über Europa, Lateinamerika, Nordamerika und Asien erstreckt.

 

Italien – Im Herzen der Verehrung

 

Lucca: Das Monastero-Santuario di Santa Gemma

Das unbestrittene Zentrum der weltweiten Gemma-Verehrung ist das Monastero-Santuario di Santa Gemma in Lucca, jener Stadt, in der Gemma lebte, litt und starb. Das Kloster und die angeschlossene Kirche gehen auf das Jahr 1935 zurück und wurden nach Plänen des Architekten Italo Baccelli errichtet. Die mächtige Kuppel und der Glockenturm erinnern an eine verkleinerte Version des Berliner Doms. Die Fertigstellung zog sich bis 1965 hin, als der Architekt Adriano Marabini die Arbeiten vollendete. Unter dem Hauptaltar ruhen Gemmas sterbliche Überreste in einer bronzenen Urne, geschaffen vom Bildhauer Francesco Nagni. Das Altarbild zeigt Christus, der Gemma die Stigmen einprägt, während der Engel der Passion sie hält – ein Gemälde von Primo Conti. Ebenfalls im Santuario beigesetzt sind ihr Seelenführer, der ehrwürdige P. Germano Ruoppolo CP, und ihr Beichtvater Msgr. Giovanni Volpi. Passionistinnen-Schwestern betreuen das Kloster bis heute. Tausende Pilger besuchen jährlich die Stätte, besonders zum Fest am 16. Mai, wenn die Urne feierlich in den Dom San Martino übertragen und in Prozession durch die Straßen Luccas zurückgeführt wird. Darüber hinaus können Pilger in Lucca das Elternhaus der Galgani, das Haus der Familie Giannini, in dem Gemma ihre letzten drei Lebensjahre verbrachte, und das Haus gegenüber, in dem sie am Karsamstag 1903 starb, besichtigen. Wenige Kilometer entfernt in Camigliano steht das Geburtshaus.

 

Rom: Zwei Pfarrkirchen im Namen Gemmas

In der Ewigen Stadt tragen gleich zwei Pfarrkirchen den Namen der Heiligen. Die Kirche Santa Gemma Galgani a Monte Sacro im gleichnamigen Stadtviertel wurde 1975 als Pfarrei errichtet und 1988 eingeweiht. Am 30. Januar 1994 besuchte Papst Johannes Paul II. die Kirche persönlich. Der Architekt Aldo Aloysi entwarf einen modernen Bau aus Stahlbeton und rotem Backsteinmauerwerk. Seit dem 23. September 2023 ist die Kirche Sitz eines Kardinaltitels – eine besondere Ehre, die die Bedeutung der Gemma-Verehrung in Rom unterstreicht. Die zweite römische Kirche, Santa Gemma Galgani a Casalotti, liegt im Vorort Casalotti an der Via di Boccea. Sie wurde 1954 erbaut und gehört zur Diözese Porto Santa Rufina. Ihre Fassade in hellem Grau mit weißem Zierrat beherbergt eine Loggia mit drei Bögen. Im Apsisbereich befindet sich eine Darstellung der hl. Gemma in der Glorie.

 

Spanien – Das Herz Gemmas in Madrid

Madrid: Das Santuario de Santa Gema mit der Herzreliquie

Der bedeutendste Ort der Gemma-Verehrung außerhalb Italiens ist zweifellos das Santuario de Santa Gema in Madrid. Die Kirche liegt in der Colonia de El Viso im Stadtviertel Chamartín, unweit des Estadio Santiago Bernabéu, und ist den Passionisten anvertraut. Der Grundstein wurde am 3. März 1949 gelegt, die Weihe erfolgte am 17. Oktober 1953. Der Architekt Manuel Ambrós Escanellas schuf einen repräsentativen Bau mit einer achteckigen Kuppel, in deren Feldern Szenen aus dem Leben der Heiligen dargestellt sind. Das Heiligtum wurde weltberühmt, als 1985 die kostbarste Reliquie Gemmas aus Rom nach Madrid übertragen wurde: ihr Herz. Es ruht in einer silbernen Statuette der Heiligen, gefertigt von den Talleres Granda. Jeden 14. des Monats findet eine feierliche Wallfahrt mit Verehrung der Herzreliquie statt – eine Tradition, die seit den 1950er-Jahren ununterbrochen gepflegt wird. Neben dem Heiligtum befindet sich auch das Colegio Santa Gema Galgani, eine zweisprachige Privatschule der Passionisten, die 1968 gegründet wurde und heute als Cambridge English Partner akkreditiert ist.

 

Barcelona: Das Santuari de Santa Gemma

Im vornehmen Stadtviertel Pedralbes von Barcelona erhebt sich das Santuari de Santa Gemma in der Calle Capità Arenas. Der Architekt Pedro Cendoya entwarf die dreischiffige Kirche, die zwischen 1953 und 1957 erbaut wurde und rund tausend Gläubigen Platz bietet. Im Altarraum thront in sieben Metern Höhe eine eindrucksvolle Skulptur der hl. Gemma vom Bildhauer Juan Puigdollers, darunter ein großes Kruzifix. Zum hundertjährigen Todestag Gemmas wurde am 10. Januar 2004 eine große Orgel mit 51 Registern eingeweiht. Das Heiligtum gilt als eine der Kirchen Barcelonas mit dem reichsten liturgischen Leben und den meisten Beichtmöglichkeiten.

 

A Coruña: Ein weiteres Santuario

Auch im galicischen A Coruña im Nordwesten Spaniens unterhalten die Passionisten ein Santuario de Santa Gema, das die Verehrung der Heiligen im spanischsprachigen Raum weiterverbreitet.

 

Lateinamerika – Besonders lebendige Volksverehrung

Die Verehrung der hl. Gemma ist in Lateinamerika besonders lebendig und volkstümlich. Die Passionisten haben hier seit dem frühen 20. Jahrhundert missioniert, und die Gestalt Gemmas – jung, leidend, arm, aber von grenzenloser Liebe zu Jesus erfüllt – berührt die Herzen der Menschen in besonderer Weise.

 

Argentinien

In Buenos Aires befindet sich die Capilla Santa Gema, die als das bedeutendste Gemma-Heiligtum des amerikanischen Kontinents gilt. In der Stadt Merlo in der Provinz Buenos Aires betreuen Passionistinnen-Schwestern das Monasterio de Santa Gemma Galgani, das eine Reliquie der Heiligen besitzt, die direkt aus dem Santuario in Lucca überbracht wurde. In Tandil steht am Fuße des Cerro El Calvario eine 1947 eingeweihte Kapelle zu Ehren der Heiligen. Auch in Comodoro Rivadavia in Patagonien gibt es im Barrio Restinga Alí eine Kapelle, die Santa Gemma geweiht ist. In der Provinz San Juan ist der Name Gemma so beliebt, dass er zu einem der häufigsten Mädchennamen gehört; in Caucete befindet sich eine ihr geweihte Grotte.

 

Chile

In Chile haben die Passionisten besonders fruchtbar gewirkt. In der Gemeinde Ñuñoa in Santiago steht das Santuario-Parroquia de Santa Gema, ein neoklassizistischer Bau von 1906 des Architekten José Forteza. Nach der Heiligsprechung 1940 erhielt die Kirche offiziell den Namen „Santa Gema“ und wurde 1949 zur Pfarrei erhoben. Unmittelbar neben dem Heiligtum befindet sich das Colegio Santa Gema Galgani, dessen Geschichte bis 1916 zurückreicht, als die Passionisten die Escuela San Luis eröffneten. Zwischen 1918 und 1951 entstanden eine Mädchenschule und die Escuela Agrícola Santa Gema; 1958 wurde daraus das heutige Colegio. Weitere Verehrungsstätten finden sich in Los Andes, Codegua und seit 1975 in Rancagua, wo eine eigene Gemma-Pfarrei in der Población San Luis besteht.

 

Kolumbien

In Bogotá liegt im Stadtviertel Chicó Navarra die Parroquia Santa Gema Galgani, die am 10. August 2000 von Kardinal Pedro Rubiano Sáenz errichtet wurde. In Medellín betreuen die Passionisten die Pfarrei Santa Gema im Barrio La Castellana. In Buritica im Westen des Departamento Antioquia trägt das örtliche Bildungsinstitut den Namen Institución Educativa Santa Gema, ebenso ein Colegio in Caparrapí, Cundinamarca.

 

Venezuela

In Caracas betreiben die Passionisten das Colegio Santa Gema, eine Bildungseinrichtung in der Urbanización Santa Eduvigis, die seit über 56 Jahren besteht und vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe führt. In Barquisimeto trägt eine Pfarrkirche den Namen Santa Gema Galgani.

 

Puerto Rico

Auf der Karibikinsel Puerto Rico gibt es sowohl das Colegio Santa Gema als auch die Parroquia-Santuario Santa Gema Galgani. Das Colegio versteht sich als koedukative katholische Bildungseinrichtung unter dem Patronat Gemmas und bietet eine ganzheitliche Erziehung im Geist der Passionisten.

 

Nicaragua

Eine besonders farbenfrohe Volksverehrung hat sich in Managua entwickelt. In der Colonia Francisco Morazán steht die Parroquia Santa Gema Galgani, deren Patronatsfest am 14. Mai seit mehr als fünfzig Jahren eine feste Tradition bildet. Die Feierlichkeiten beginnen am Vorabend nach dem Fest Unserer Lieben Frau von Fátima. Am frühen Morgen des 14. Mai werden die „Mañanitas a Santa Gema“ gesungen. Am Nachmittag zelebriert der Erzbischof von Managua eine feierliche Messe, und anschließend wird das Bildnis der Heiligen in einer Prozession durch alle Straßen der Colonia getragen. Den Abschluss bildet ein Feuerwerk vor dem Kirchenportal. Während der Somoza-Diktatur trugen die Einwohner das Bildnis Gemmas betend durch die Straßen und flehten um ein Ende des Krieges.

 

Weitere Länder Lateinamerikas

In El Salvador trägt ein von den Hijas de la Pasión geführtes Colegio in Santiago de María den Namen Santa Gema – ausgerechnet in jener Diözese, deren erster Bischof der heilige Óscar Romero war. In Uruguay steht im Barrio Flor de Maroñas in Montevideo die Parroquia Santa Gema. In Ecuador wurde 1960 in Guayaquil die Iglesia Santa Gema erbaut, Seite an Seite mit dem Colegio Pasionista in der Ciudadela Bolivariana.

 

Asien – Die Philippinen

Auf den Philippinen, wo die Gemma-Verehrung unter den gläubigen Katholiken besonders tief verwurzelt ist, steht in Mariveles in der Provinz Bataan die St. Gemma Galgani Parish. Die Pfarrkirche in der Mayon Street im Mt. View Village gehört zur Diözese Balanga und ist dem Vikariat des hl. Michael unterstellt. Zahlreiche Gläubige aus Indien und den Philippinen berichten von Gebetserhörungen und Heilungen auf Fürsprache der hl. Gemma.

 

Zusammenfassung und Übersicht

 

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten der hl. Gemma Galgani geweihten Orte:

 

Heiligtümer und Santuarios

• Monastero-Santuario di Santa Gemma, Lucca, Italien – Hauptheiligtum mit der Grabstätte

• Santuario de Santa Gema, Madrid, Spanien – mit der Herzreliquie (seit 1985)

• Santuari de Santa Gemma, Barcelona, Spanien

• Santuario de Santa Gema, A Coruña, Spanien

• Capilla Santa Gema, Buenos Aires, Argentinien

• Santuario-Parroquia de Santa Gema, Ñuñoa, Santiago de Chile

 

Pfarrkirchen

• Santa Gemma Galgani a Monte Sacro, Rom – Kardinaltitelkirche (seit 2023)

• Santa Gemma Galgani a Casalotti, Rom

• Parroquia Santa Gema Galgani, Bogotá, Kolumbien

• Parroquia Santa Gema, Medellín, Kolumbien

• Parroquia Santa Gema Galgani, Barquisimeto, Venezuela

• Parroquia-Santuario Santa Gema Galgani, Puerto Rico

• Parroquia Santa Gema Galgani, Managua, Nicaragua

• Parroquia Santa Gema, Flor de Maroñas, Montevideo, Uruguay

• Iglesia Santa Gema, Guayaquil, Ecuador

• Parroquia Santa Gema, Rancagua, Chile

• St. Gemma Galgani Parish, Mariveles, Bataan, Philippinen

 

Kapellen und Grotten

• Capilla Santa Gemma, Tandil, Argentinien (1947)

• Capilla Santa Gemma, Comodoro Rivadavia, Patagonien, Argentinien

• Gruta de Santa Gemma, Caucete, Provinz San Juan, Argentinien

• Kapellen in Los Andes und Codegua, Chile

 

Klöster

• Monastero-Santuario di Santa Gemma, Lucca, Italien (Passionistinnen)

• Monasterio de Santa Gemma Galgani, Merlo, Provinz Buenos Aires, Argentinien (Passionistinnen, mit einer Reliquie erster Klasse)

 

Schulen und Bildungseinrichtungen

• Colegio Santa Gema Galgani, Madrid, Spanien (zweisprachig, gegr. 1968)

• Colegio Santa Gema Galgani, Ñuñoa, Santiago de Chile (seit 1916/1958)

• Colegio Santa Gema, Puerto Rico (koedukativ, PK-12)

• Unidad Educativa Colegio Santa Gema, Caracas, Venezuela (Passionisten)

• Colegio Santa Gema, Santiago de María, El Salvador (Hijas de la Pasión)

• Institución Educativa Santa Gema, Buriticá, Kolumbien

• Colegio Santa Gema Galgani, Caparrapí, Kolumbien

• Colegio Pasionista, Guayaquil, Ecuador (neben der Iglesia Santa Gema)

 

Schluss: „Große Dinge hat der Mächtige an mir getan“

 

Es ist erstaunlich: Ein Mädchen, das nie über die Grenzen seiner toskanischen Heimatstadt hinausgelangte, das nie ein religiöses Gelübde ablegen durfte, das mit fünfundzwanzig Jahren an Tuberkulose starb – dieses Mädchen hat eine Spur hinterlassen, die sich über alle Kontinente erstreckt. Von den monumentalen Santuarios in Madrid und Barcelona über die volkstümlichen Feste in Managua bis zur stillen Pfarrkirche in Mariveles auf den Philippinen: überall beten Menschen im Namen Gemma Galganis. Die Verbreitung folgt einem klaren Muster: Fast überall waren es die Passionisten, die den Namen Gemmas mitbrachten. Als geistliche Familie, der Gemma zeitlebens angehören wollte und die sie nach ihrem Tod als eine der Ihren annahm, haben sie ihr Andenken in ihrer weltweiten Missionstätigkeit verankert. Die Gründung der Passionistinnen-Schwestern von der hl. Gemma Galgani durch die ehrwürdige Eufemia Giannini im Jahr 1939 hat dieses Erbe noch vertieft. Bemerkenswert ist auch die Vielfalt der Verehrungsformen: In Spanien die feierliche Wallfahrt am 14. jeden Monats zur Herzreliquie, in Nicaragua die farbenprächtigen Mañanitas und Prozessionen, in Chile das Nebeneinander von Heiligtum und Schule, in Argentinien die stille Grotte am Fuße eines Hügels. Überall aber verbindet sich die Verehrung mit dem gleichen Grundton: der Sehnsucht nach einer Liebe, die stärker ist als Leid und Tod. Die Inschrift über dem Portal des Santuario in Lucca fasst das Geheimnis dieser weltweiten Ausstrahlung in Worte: „Fecit mihi magna qui potens est“ – „Große Dinge hat der Mächtige an mir getan.“ Was Gott an der kleinen Gemma getan hat, strahlt bis heute in alle Welt hinaus.

 

Siehe auch: „Du wirst sehen, was ich tue, wenn ich im Himmel bin“ - Gruppen, Bewegungen und Gemeinschaften im Zeichen der hl. Gemma Galgani