Gemma Galgani - der Film
Der erste Kinospielfilm über die heilige Gemma Galgani - Spanien 2026 — Regie: Óscar Parra de Carrizosa
Am 6. Februar 2026 kam in den spanischen Kinos ein Film in die Säle, auf den Verehrer der heiligen Gemma Galgani seit Jahren gewartet hatten: der erste professionelle Kinospielfilm über ihr Leben. Zwar existierte bereits seit 2018 ein italienischer Kurzfilm zu katechetischen Zwecken („Gemma Galgani — Fiore della Passione" von Luigi Avella und Rosanna De Marchi), doch einen abendfüllenden Spielfilm für das Kino hatte es bis dahin nicht gegeben — wie das italienische Magazin Aleteia 2022 staunend feststellte: „So unglaublich es scheinen mag — die erste Heilige des 20. Jahrhunderts hatte keine filmische Hagiografie." Regisseur Óscar Parra de Carrizosa — ein Madrilene, der neben seiner Arbeit als Filmemacher auch praktizierender Arzt ist — hat drei Jahre an diesem Projekt gearbeitet, davon ein volles Jahr Drehzeit. Das Ergebnis ist ein 93-minütiger Film, der treu auf Gemmas Autobiografie, den Briefen und der Biografie von P. Germano basiert — und der in Spanien für volles Kinos gesorgt hat.
Die Handlung
Der Film beginnt nicht im Lucca des 19. Jahrhunderts, sondern in einem Krankenhaus im heutigen Madrid: Zwei Ärzte stehen fassungslos vor einer medizinisch unerklärlichen Heilung. Die Angehörigen der geheilten Frau schreiben das Geschehen der Fürsprache der heiligen Gemma Galgani zu. Einer der Ärzte — ein Atheist — wird neugierig und beginnt, die Biografie der Heiligen zu lesen. Von hier aus springt die Erzählung zwischen dem gegenwärtigen Madrid und den wichtigsten Episoden aus Gemmas Leben hin und her: ihre Kindheit, der Tod der Mutter, die Jahre der Armut und Krankheit, die Heilung, die Stigmata, die Ekstasen, die Engelserscheinungen, die Kämpfe mit dem Teufel, die Beziehung zu P. Germano — und ihr früher Tod mit fünfundzwanzig Jahren. Der Rahmen im modernen Madrid verleiht dem Film eine Brücke zum heutigen Zuschauer. „Die Glaubenshaltung beginnt dort, wo der Stolz aufhört", sagt einer der Ärzte im Film — ein Satz, der wie ein Motto über der ganzen Handlung steht.
Laura Lebó als Gemma
Das Herz des Films ist die Darstellung durch Laura Lebó. Die spanische Schauspielerin, die eine verblüffende physische Ähnlichkeit mit den historischen Fotografien der Heiligen aufweist, stand vor ihrem ersten großen Kinoauftritt — und meisterte ihn mit einer Mischung aus Verletzlichkeit und stiller Kraft, die die Kritiker beeindruckte. Die spanische Filmkritik-Seite FilaSiete schrieb: „Laura Lebó vermittelt die verschiedenen emotionalen Stadien, die die Heilige durchlief. Der Film ist unvollkommen, aber er interessiert. Diese Geschichte hat etwas, das fesselt." Lebó selbst reiste zur Vorbereitung nach Lucca, besuchte das Originalhaus der Familie Giannini und sprach mit den Passionisten. „Ich verstand, dass Gemma nicht wegen ihrer eigenen Sünden litt, sondern dass sie die Sünden anderer auf sich nahm", sagte sie in einem Interview. „Sie war ein Schwamm aus Liebe und Schmerz. Von Gemma nehme ich ihre Demut und ihre feine Erziehung mit."
Der Regisseur: Arzt und Filmemacher
Óscar Parra de Carrizosa ist ein ungewöhnlicher Regisseur. Der 1974 in Madrid geborene Mediziner kam über den Umweg des religiösen Kinos zum Film und wurde mehrfach auf internationalen Festivals ausgezeichnet, unter anderem beim Internationalen Katholischen Filmfestival in Niepokalanów (Polen). Auf die Frage, ob seine medizinische Ausbildung und das Thema des Films sich widersprächen, antwortete er: „Wissenschaft und Glaube sind keine Feinde, sondern Schwestern, die aus verschiedenen Blickwinkeln auf dasselbe schauen. 97 Prozent der Nobelpreisträger waren gläubige Menschen. Meine ärztliche Praxis hilft mir, den menschlichen Körper und seine Zerbrechlichkeit zu verstehen — und das ist entscheidend, wenn man einen Film über eine Frau dreht, die körperlich so sehr gelitten hat." Seine Herangehensweise an die Quellen beschreibt er als „obsessiv, fast chirurgisch": „Wir haben uns treu an die Autobiografie gehalten, an das Buch von P. Germano und an die Briefe. Historische Genauigkeit ist für mich eine Form des Respekts." Als Beispiel nannte er die Nachbildung von Gemmas Zimmer: Das Team habe sogar die Streifen der Originaltapete im Haus der Giannini gezählt, um sie korrekt nachzubauen.
Drehorte und Ausstattung
Gedreht wurde in Madrid (die Rahmenhandlung), in Cartagena in der Region Murcia (Gemmas Zimmer und Innenräume), in Toledo und — für einzelne Szenen — in Lucca selbst, der Stadt, in der Gemma lebte und starb. Eine besonders schöne Szene zeigt Gemma, wie sie ihre Füße im Meer badet, mit Schiffen im Hintergrund — ob sie es träumt oder erlebt, bleibt offen. Die Musik stammt von Raúl Grillo; Laura Lebó singt das Titellied „Nihil Sum Sine Te" selbst.
Warum Gemma heute fasziniert
Der Regisseur bringt es auf den Punkt: „Gemma berührt die Menschen, weil ihr Leiden real war, nicht theologisch. Sie zieht an, weil sie zur Begleiterin wird für jeden, der Schmerz, Einsamkeit oder Krankheit erfahren hat. In der Darstellung von Laura Lebó sehen wir, dass diese Popularität aus der Empathie erwächst: Die Menschen erkennen in Gemma jemanden, der ihre eigenen Wunden versteht, weil sie sie am eigenen Leib erfahren hat." Der Schauspieler Valentín Paredes, der P. Germano verkörpert, sagte nach den Dreharbeiten: „Das ist kein Film nur für Gläubige. Es ist Kino über die menschliche Widerstandskraft, über die Treue zu den eigenen Überzeugungen und über das Geheimnis des Lebens."
Papst Pius XII. nannte Gemma „die schönste Blume unseres Pontifikats". Der Untertitel des Films fasst ihr Leben in sechs Worten zusammen: „Jung, schön, leidenschaftlich, krank, mystisch, rebellisch: Heilig."
Steckbrief
Titel: Gemma Galgani
Land: Spanien
Jahr: 2026
Länge: 93 Minuten
Sprache: Spanisch (englische Untertitel in den USA)
Regie: Óscar Parra de Carrizosa
Drehbuch: Óscar Parra de Carrizosa, José Luis Panero
Hauptdarstellerin: Laura Lebó (Gemma Galgani)
Weitere Darsteller: Valentín Paredes (P. Germano), Carlos Antón (Matteo Giannini), David Armero (Enrico Galgani), Menchu Figueroa (Cäcilia Giannini), Isabel Gómez-Escalonilla (Tante Elisa), Alberto Mazarro (Dr. Ricardo Pérez), Miguel Conesa (Schutzengel)
Musik: Raúl Grillo
Produktion: Dehon Producciones / European Dreams Factory
Kinostart: 6. Februar 2026 (Spanien), 19. Februar 2026 (Mexiko), März 2026 (USA)
IMDb: imdb.com/title/tt36459922
Offiziell: edreamsfactory.es/microsites/gemma-galgani
Quellen
IMDb, FilaSiete, ACI Prensa, religionenlibertad.com,
Diario Más Noticias, infocatolica.com, El Confidencial Digital,
dehonproducciones.com, edreamsfactory.es
